Gebäudeversicherung und Hausratversicherung – müssen es alle beide sein?
Schäden, die infolge von Bränden, Blitzeinschlägen, Implosionen oder Explosionen entstehen, oder auch Hagel- und Sturmschäden und Schäden durch Leitungswasser werden sowohl von der Hausratversicherung als auch von der Gebäudeversicherung abgedeckt.
Das hört sich nach doppelter Absicherung an und eine der beiden Versicherungen scheint überflüssig zu sein. Macht es da überhaupt Sinn Hausratversicherung und zusätzlich Gebäudeversicherung abzuschließen? Die Antwort auf diese Frage lautet unbedingt „Ja!“, wenn sie Hauseigentümer sind und einen eignen Hausstand haben, was in der überwiegenden Zahl aller Fälle so sein dürfte.
Gebäudeversicherung und Hausratversicherung – Hier liegt der Unterschied
Wo aber genau liegt der Unterschied zwischen einer Hausratversicherung und einer Gebäudeversicherung? Während die Gebäudeversicherung nur für Schäden aufkommt, die am Gebäude selbst bzw. an mitversicherten Gebäudeteilen oder am Gebäudezubehör entstehen, deckt umgekehrt die Hausratversicherung nur die Schäden ab, die am versicherten Hausrat aufkommen.
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist der Bodenbelag: Handelt es sich um einen mit Kleber fixierten, also fest mit dem Gebäude verbundenen Teppichboden, so sind die Gebäudeversicherung zuständig. Liegt in der Wohnung aber etwa ein Perserteppich lose auf dem Boden, ist die Hausratversicherung die richtige Adresse, wenn es um Schadensleistungen geht.
Auch das Bild eines schräg gestellten Hauses, das kräftig geschüttelt wird, verdeutlicht den Unterschied zwischen Hausrat und Gebäude. Alles, was aus dem Haus herausfallen würde, betrifft den Hausrat und damit die Hausratversicherung. Die restlichen mit dem Haus verbundenen Gegenstände (Türen, Markisen, Briefkästen usw.) betreffen die Gebäudeversicherung.
Eine Gebäudeversicherung ist Sache des Hauseigentümers, denn hier geht es um die Absicherung seines Gebäudes, für dessen Erhalt und Absicherung er alleine zuständig ist. Vermietet er das Gebäude ganz oder teilweise, so kann er die Versicherungsbeitrag für die Gebäudeversicherung auf die Mieter umlegen bzw. bei Teilvermietung die Mieter an den Kosten für diese Versicherung beteiligen.
Eine Hausratversicherung sollte jeder abschließen, der einen eigenen Hausstand gründet – auch als Mieter einer Wohnung. Ist etwa die Einbauküche des ebenfalls im Gebäude lebenden Hauseigentümers über die Gebäudeversicherung gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser und anderes (s. Kapitel Wohngebäudeversicherung) abgesichert, gilt das nicht entsprechend für die Einbauküche des Mieters, die dessen privates Eigentum ist. Hat er diese selbst eingebaut bzw. einbauen lassen, so trägt er die Verantwortung für die Küchenmöbel und muss diese bei Bedarf selbst durch eine Hausratversicherung vor Schäden wie Brand, Diebstahl (siehe Kapitel Hausratversicherung) schützen. Zwar ist die Mitversicherung der Einbauküche des Mieters über die Gebäudeversicherung des Hauseigentümers gegen Beitragszuschlag möglich, jedoch werden die wenigsten Vermieter dieser Lösung zustimmen, da sie einen höheren Versicherungsbeitrag für die Gebäudeversicherung nach sich zieht. Die Absicherung über die Hausratversicherung bleibt in den
überwiegenden Fällen die Angelegenheit des Mieters.
Keine Hausratversicherung –Sparen am falschen Ende
Einige Hauseigentümer versichern zwar ihr Wohngebäude durch die Gebäudeversicherung – hier gilt die Feuerversicherung als minimale Absicherung, die jeder verantwortungsbewusste Hausbesitzer abschließen sollte -, verzichten aber auf eine Hausratversicherung. Dadurch sollen im Bereich der Versicherungen Kosten eingespart werden. Zwar ist es verständlich, wenn nach dem Bauen oder dem Erwerben von Wohneigentum nach Sparmöglichkeiten Ausschau gehalten wird, da die neuen Eigentümer damit eine hohe finanzielle Belastung eingegangen sind. Jedoch sollte sorgfältig überlegt werden, ob es sinnvoll ist, auf wichtigen Versicherungsschutz zu verzichten. Eine empfehlenswertere Sparmöglichkeit hinsichtlich Versicherungen bietet das Versicherungen Vergleichen. Dank moderner Tarifrechner im Internet, die jedermann zugängig sind, geht das ganz einfach und schnell.